Los geht’s – erster Stop Rocklands

Text: Tom

Los geht die große Reise. 12 Monate Klettern, 6 Kontinente, Bähm! Andrea ist offiziell Arbeitslos, mein Studium abgeschlossen und die Wohnung aufgegeben.

Unser erster Stop sind die Rocklands in Südafrika und bouldern ist angesagt. Wie vor jeder Reise war es am Ende der Vorbereitung dann doch noch etwas stressig, was neben dem Arbeiten unter anderem auch daran lag, dass die Projekte in Franken auch noch geklettert werden mussten – was mit unterschiedlichem Erfolg auch gelang (mehr dazu hier).

Mittlerweile sind wir dann auch schon wieder 3 Wochen in den Rocklands. Ich mein dass mit dem Paradies und so hat ja wahrscheinlich eh schon jeder 100 Mal gelesen, aber so richtig unschön ist es hier wirklich nicht. Ich wäre sonst ja auch mächtig doof schon das 4. Mal hier her zu fahren.  Natürlich ist das erste Mal in einem Gebiet immer am beeindruckensten, doch wird in den Rocklands weiterhin munter neues erschlossen und man kann zahlreiche neue Sektoren und Probleme, wie zum Beispiel den Skyline Sektor oder The Section mit gleichnamigem Boulder besuchen.

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Tractor ride to skyline

Vor allem der Skyline Sektor ist recht beeindruckend, leider ist der Zustieg nicht ganz so kurz und so war es doch ganz nett vor der Rockstock Party von den Farmern mit Traktoren hochchauffiert zu werden. Bedauerlicherweise mussten diese dann aber recht früh zurück, da genau an diesem Tag ein Rugby-Spiel übertragen wurde, was natürlich höchste Priorität in Südafrika hat. Somit mussten wir dann doch zumindest runterwandern, da dieser Zeitplan mit unserer Klettergeschwindigkeit nicht korrelierte. Trotzdem konnte ich „when giants lurk“  auch nicht auf Anhieb klettern und muss wohl  so oder so nochmal hochwandern. Das schlimmste daran ist, dass wenn man weiter wandert immer noch mehr geilste Blöcke kommen und man diese eigentlich alle hochkraxeln sollte. Aber mal schauen, irgendwas muss da auf jeden Fall gemacht werden.

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The section 7c+

Weiter ist es auch hilfreich stärker als zuvor in ein bekanntes Gebiet zurückzukehren, was bei uns beiden, so wie es sich bisher anfühlt, durchaus der Fall ist (Andrea hat wenigstens hart trainiert, bei mir weiß ich eigentlich nicht so genau warum ich fit bin, aber ich fange jetzt auch nicht an mich zu beschweren). Nach einer Adaptionsphase ist mittlerweile auch mehr Substanz da und Alte und Neue Projekte sind so langsam am fallen. Andrea konnte so zum Beispiel recht schnell Golden rail (6c) und etliche leichtere Probleme klettern, mit dem sie bei unserem ersten Trip noch erfolglos gewrestelt hat. Auf jeden Fall ist sie noch an einigen Problemen knapp dran und ich denke hier wird es bald noch mehr News geben.

Bei mir läuft es zurzeit richtig gut und so konnte ich neben einigen mittelschweren Bouldern auch „flying guitar thief“ (8a) erstaunlich schnell machen.

Der Boulder der mir vor dem Trip am wichtigsten war ist ein Projekt in Kleinfontain, welches ich 2011 gefunden und geputzt habe und in den letzten 2 Rocklands-trips vergeblich versucht hatte. Für mich ist die Linie wirklich cool. Logischer Sitzstart, 2 Wülste, Perfekte Felsquali, coole Griffe und höheres Topout. Eigentlich perfekt und mich wundert wirklich, dass es angeblich noch niemand geklettert hat seitdem. Auf jeden Fall fühlten sich die Züge dieses Jahr wirklich gut an und ich konnte sofort gute Links klettern. Da Kleinfontain eines der wärmsten Gebiete in den Rocklands ist waren mal wieder Nightsessions angesagt, was sich aber auch ganz gut mit dem Spotten von Andrea ergänzte, da sie komischerweise lieber bei Tag klettert und das obwohl wir einen neuen LED Scheinwerfer besitzen. Nach einigen Sessions konnte ich unter Anfeuerung der Crew endlich den Crux-Zug abhalten, doch leider verbemmelte ich es bei dem nächsten Zug mal wieder. Irgendwie nehm ich halt immer alle Optionen mit es zu verkacken. Könnte ich mir eigentlich mal wieder abgewöhnen finde ich. Vor einer Regenfront wird es in den Rocklands meist kälter und so hatte ich tatsächlich auch einmal die Möglichkeit den Boulder bei Tag zu versuchen und es war nicht schlecht. In den ersten Versuchen hatte ich leider die Griffe immer nicht optimal und rutschte irgendwie beim Crux Zug raus. Mit einsetzendem Nieselregen stieg ich jedoch nochmal ein und Bähm stickte den Crux Zug. Hook hoch und weiter in die Kelle. Wieder verfehlte ich sie beinahe, konnte sie aber trotzdem abhalten. Nur noch schütteln und austoppen. Das Topout klettterte ich zwar unwahrscheinlich schlecht doch zum Glück ist es leicht genug, dass ich hier nicht raus fiel, was mit unseren 2 Pads auch besser war (Sorry Andrea für die Spannung).  Der Boulder hört nun auf den Namen „Lovin Life“, was ich in unserer Situation einfach passend finde (Gut was soll man bei 12 Monaten klettern mit seiner Süßen auch sonst finden). Den Boulder findet man wenn man bei „Shadows of ourselves“ weiter in das Tal rein läuft, am gleichen großen Block. Weiter kann man ihn von der Talkante bei „Sky“ sehen.  Man toppt bis zu dem oberen Querband aus und kann dann rechts rauslaufen. Von der Schwierigkeit denke ich, dass 8a+ ungefähr passen könnte und ich würde mich sehr über Wiederholungen freuen.

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FA lovin life 8a+

So das erste Ziel des Trips ist bei mir jetzt schon mal erreicht, doch denke ich nicht, dass es allzu langweilig wird und ich große Probleme habe mich zu beschäftigen. So ein paar Boulder gibt es in den Rocklands ja noch zu tun und wer weiß, vielleicht findet man ja eine weitere Traumlinie die geputzt werden will.

Ach ja und außer Klettern sind die Rocklands auch recht schön. Man kann z.B. Fischessen, ans Meer fahren, Kitschbilder machen, Blumen schauen und der Campground hat ne Bar mit einem großen Vorrat des Südafrikanischen National Getränks Brandy Coke (und ich hab mir noch nicht mal die Form zerschossen!).

Aber dazu mehr im nächsten Post.

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The pass

 

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