Rocklands Part 2 – Immer noch am bouldern, etwas Meer und ein Bäng!

So, hier kommt unser zweiter Post und Achtung, es wird sich wieder relativ viel um Bouldern drehen. Warum? Weil es gerade einfach zu viel Spaß macht und bei uns beiden Mega gut läuft. Sorry schon mal.

Nachdem ich mein Projek (Lovin Life) geklettert hatte, war es auch für Andrea an der Zeit mal abzuräumen, nicht dass nur alle anderen ihre Wunschboulder klettern sollten und sie nicht.  Ganz oben auf der Prioritätenliste stand hier „Finders keepers“ (7a) ein relativ pressiger Bugboulder mit Heel und Toehooks. Eigentlich gar nicht so ihr Style doch wenn man Bock drauf hat, hat man Bock drauf und muss es halt einfach machen, da konnte nicht einmal der Ausstieg daran was ändern, der, für die Rocklands ungewöhnlich, keine Chicken heads besaß und so einiges an Überwindung kostete.

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Andrea in Finders keepers

Als nächstes folgte das „Girlfriend problem“ (7a) welches trotz des eventuell etwas diskriminierenden Namens ein richtig guter Boulder ist. Und wieder weite Züge und Spannung, auch nicht die typische Frauenklettererei, aber die ist in den Rocklands einfach eher selten (was ich persönlich ja ganz geil finde). Nach einigen Sessions wurden die letzten Tricks gefunden und der Boulder war abschussbereit. Gemeinsam mit Berfin Jung wurde eine richtige Girlfriend session gestartet. Nach einem richtig guten fight konnte sich Berfing dann auf den Block schieben und Andrea wollte auf jeden Fall folgen doch irgendwie war die Kraft dann auch irgendwann weg und die Kletterschuhe wurden ohne Begehung eingepackt. Aus irgendeiner für mich nicht nachvollziehbaren Laune hieß es dann aber doch noch dass ein go geht. Schuhe wieder raus, Pads wieder hin und schwupp stand auch Andrea auf dem Block. Völlig überraschend aber ziemlich cool.

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Andrea in a Girlfriend problem

Tatsächlich haben wir auch ein bisschen was anderes alles klettern gemacht und so ging es bei 30+ Grad Richtung Meer. Man kann ja auch mal baden gehen 🙂 So ca. 15 min vor dem Meer kam dann aber irgendwie eine Wolkenfront aus dem nichts und umso weiter wir fuhren um so dichter wurde diese. Am Meer angekommen hatte es dann noch geschmeidige 10 Grad, Nieselregen und gut viel Wind. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Aber naja, eigentlich mag ich dieses wilde Wetter ja ganz gern (Andrea leider nicht ganz so gern) und ich fühlte mich recht wohl Vögel und Robben in der Brandung zu fotografieren. Wer will das schon vor blauem Himmel sehen??  Und das Ganze auch noch ohne Schweißfinger. Eigentlich super.

Dennoch versuchten wir es noch einmal mit einem richtigen Strandtag und die ganze Crew die noch übrig war (Max Prinz, Max Räuber, Moritz Perschwitzky, Till und Don David Hustadt) wollte surfen gehen, was in Eelands Baai ganz gut funktionieren soll. Nach einigem suchen fanden wir dann auch einen Surfverleih, der allerdings geschlossen war. Shit. Nach etwas mehr suchen fanden wir hinter dem Haus auch den Kerl der für den Surfshop zuständig ist. Allerdings erklärte er uns, dass er an diesem Tag nicht arbeiten konnte, da das Wochenende viel zu anstrengend war und er somit etwas entspannen musste (was ihm dem Geruch nach mit etwas brennender Unterstützung auch gut gelang). Nach einer Weile hatte er jedoch Mitleid mit uns und lieh uns 2 seiner persönlichen Neos aus (aufgrund des kalten Benguelastrom und daraus resultierenden 12 Grad Wassertemperatur zwingend notwendig) und sagte wir könnten ein Surfboard benutzen, dass zufällig vor dem Haus lag. Voll geil. Noch dazu gewann ich aufgrund überragender Taktik und Antizipation das Schnick, Schnack Schnuck Battle und durfte als erster das Board benutzen. Leider hatte meine werteste Freundin nicht die Geduld einen meiner überragenden Wellen zu filmen und es sieht auf den Bildern so aus als wäre ich nur gepaddelt und dann ins Weißwasser gefallen. Ok das war leider auch meist richtig aber 2 Mal konnte ich dann doch auf dem Brett (ganz groß und für Anfänger) aufstehen und zum Strand fahren. Nachdem ich aus dem Wasser raus war holte uns dann auch schon wieder unser bekanntes Südafrika-Meerphänomen ein, Wolken zogen auf und die Temperatur stürzte ab, was die Surfsession der anderen auf ein Minimum reduzierte, da es selbst mit Neo viel zu kalt war und man einfach nicht mehr warm wurde. Wir arbeiten uns ran an den Strandurlaub und wenn wir bis zur Ostküste warten müssen (da soll das Meer wenigstens warm sein).

In den Rocklands wurde dann natürlich wieder primär gebouldert und irgendwie verliebte ich mich ein wenig in Mooiste Meisie“ (8B). Eigentlich wollte ich gar nicht unbedingt noch ein Projekt in einem der wärmeren Sektoren, sondern endlich mal „the vice“ am Pass klettern. Doch schleppte mich Max (Räuber) an den Boulder und er ist einfach zu gut um ihn nicht zu probieren (und noch dazu genau meine Klettererei, also überstreckt an Toe Hooks hängen, was ganz gut ist wenn man nur lange Arme und ’n bissl Spannung hat). Also bombardierten wir den Boulder und es gesellten sich noch Markus, Moritz und ein Ami Namens Drew dazu. Es ist ist schon eine ganz coole Session wenn 5 Leute ultra knapp dran sind den Boulder zu machen. Leider gelang es uns nicht allen auf einmal, doch Markus eröffnete das sending Fenster und anschließend folgte Moritz, der in einer Krankheitsphase ohne Ruhetage einfach alles niederprügelte was so da war (meiner Meinung nach gegen jegliche Logik und physiologisch fast unmöglich). Bei Max und Drew war es sau knapp, doch leider konnten sie den Boulder nicht mehr senden (und das obwohl ich fett geile Bilder von ihnen gemacht hab). Vor allem bei Max war es recht bitter, da er kurz vor Ende nochmal krank wurde und dann schlechtes Wetter kam.

Und was machte ich? Naja es wurde immer besser und ich kam immer knapper dran den letzten schweren Zug abzuhalten und schließlich machte es Zapp und ich hing an dem Griff und dem Toehook dran. Geiles Gefühl. Und wenn ich nicht der Trottel vor dem Herrn wäre hätte ich den Boulder dann auch gemacht allerdings verpeilte ich im Ausstieg die Variante (nach der 6. Session!!!) und stand wieder auf dem Boden worüber ich mich dezent, aber eigentlich recht originell aufregte (Drew war leider etwas verstört davon, Sorry). Ging dann auch nicht mehr in der Session. Shit. Nach nem Ruhetag wollte ich mit Max nochmal hin, doch war der Pass komplett im Nebel, keine Chance. Also wollte ich noch einmal einen Ruhetag machen, Max und Moritz am Plateau spotten und am nächsten Tag zu „Mooiste“. Allerdings nahm ich doch noch ein paar Kletterschuhe mit, man weiß ja nie. Als Don dann „Witness the sickness“ weghaute wollte ich dann doch mal kurz den Cruxzug versuchen. Ohh und er fühlte sich komischerweise mega locker an (was davor nie der Fall war, irgendwie finde ich den Boulder sau schwer). Hmm naja dann musste ich den Boulder halt doch auch noch klettern, was überraschender Weiße auch recht schnell gelang. In der Zwischenzeit hatte Moritz auch noch „El Corazon“ (8b) gemacht, also schon mal ’n fett guter Tag. Max wollte an seinem letzten Tag auch noch unbedingt etwas klettern und versuchte sich an „Gliding through the waves like Dolphins“ (8a), was auch ganz gut aussah, doch leider rutschte immer der Knieklemmer. Als Moritz den Boulder nach einer Weile noch klettern konnte, juckte es mir dann doch auch noch in den Fingern und ich wollte den Boulder mal mit ihrem Kneepad versuchen. Also zog ich mir das Kneepad an setzte mich an den Start und war ca 1 min später irgendwie auf dem Block, was ziemlich sicher einer meiner unerwartetsten Begehungen war (da mir dieser Boulder immer schwer fiel und ich Knieklemmer weder gut kann, noch mich darauf einlassen will sie gut zu lernen). Für Max tat es mir etwas Leid, dass wir beide so über seinen Boulder rutschten, da bei ihm irgendwie die Luft raus war (sorry).

Auf jeden Fall scheint Rocklands ballern mich nicht gerade unfit zu machen. Am nächsten Tag ging es dann auch wieder zu „Mooiste Meisie“ und mit ein paar Durchstiegen im Kopf sollte dies ja wohl auch klappen. Denkt man. Und die Schlüsselstelle klappte auch immer doch leider musste ich wieder 2 Mal aus der Traverse am Ausstieg fallen, da ein Hook etc. rutschte, oder ich einfach zu doof war. Mit großer Angst das mein bereitgestelltes Durchstiegsbier an einem anderen Tag getrunken werden musste, konnte ich mich im 3. go jedoch nach oben kämpfen und einen meiner schwersten, aber vor allem schönsten Boulder klettern, was dann auch gebührend gefeiert wurde (evt. wurde später noch ein 2. Durchstiegsbier getrunken).

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Tom in „Mooiste Meisie“ (8B).

Ab Ende August merkte man in den Rocklands, das nicht nur unsere Crew kleiner wurde, sondern, dass es auch generell deutlich leerer und ruhiger wurde. Dies hat natürlich immer 2 Seiten, da wir durchaus einiges an Spaß in der Bar hatten, die nun immer weniger offen hat. Andererseits ist es auch wahnsinnig schön mal wieder etwas mehr Ruhe zu haben und einfach die Natur hier zu genießen. Bisher haben wir auch wirklich Glück und es ist noch nicht zu warm (und wenn dann immer nur 1-2 Tage, bis es wieder abkühlt). Dies geschieht hier meist durch kleinere Regenschauer, die dieses Jahr jedoch deutlich zu klein sind, was der ganzen Western Cape Region eine schwere Dürre beschert. Anzeichen hiervon sind zum Beispiel die extrem schwach ausfallende Blüte, ausgetrocknete Wasserlöcher oder vertrocknete Vegetation an jeder Ecke.Vor allem wenn man bedenkt, dass der Winter bzw. das Frühjahr hier die regenreichsten Jahreszeiten sind und es im Sommer extrem heiß wird sind die Folgen schwer zu erahnen.

Neben der Vegetation lassen sich hin und wieder auch mal wieder die Tiere blicken, auf die man mal mehr oder weniger Lust hat. Da wären z.B. Schlangen (die wir persönlich noch nicht gesichtet haben und auch eher weniger Lust darauf haben, zumindest von der Nähe), Unmengen von Eidechsen in allen Farben, abgefahrene Vögel (können morgens auch sehr laut und nervig sein und desweiteren Essen klauen), Insekten aller Art, Rehe, oder auch mal ein large spottet genet (sowas wie eine Ginsterkatze was auch immer das ist). Letzteres war so frech uns unser Brot und unseren Käse zu klauen, was es trotz seines niedlichen Schwanzes eher unbeliebt macht. Weitere Viecher werden wir dann sicher noch im Krüger Nationalpark vorfinden.

Nach „Finders keepers“ und „Girlfriend problem“ wurde Andrea auf der Suche nach einem neuen Projekt mit „Panic room“ (7a+) fündig. Nach etwas ausbouldern gingen die Züge dann auch recht locker und vor allem der Start konnte mit Mattys sending kneepad (welches wir nun schon länger ausgeliehen haben, Merci) entschärft werden. Witzigerweise waren Andreas ethische Bedenken über die Benutzung von Kneepads (welche ich ja schon immer unnötig fand) nun auf einen Schlag weg. Auf jeden Fall machte sie total schnell Fortschritte und kam dann relativ schnell bis zum vorletzten Zug. Mega stark. Doch leider blieb es erstmal dabei und sie kam immer zum letzten Zug aber eben nicht hoch. So oft nach so vielen Zügen zu fallen ist natürlich extrem bitter und entwickelte sich so zu einem ganz schönen Kopf Battle. Nach langem hin und her (und natürlich meiner enormen psychischen Unterstützung) kam dann aber der Tag als sie sich einfach hinsetzte und den Boulder im ersten go weghaute. Selten hab ich Andrea so glücklich und befreit auf dem Block liegen sehen. Glückwunsch und Respekt hier nochmal.

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Panic Room 7a+

Neben der Aufgabe des Spottens in den verschiedenen Sessions im Fields of joy hatte ich mir dann aber doch auch immer noch ein Paar Kletterschuhe in mein Pad gesteckt um mich etwas zu bewegen. Von oben konnte man den Rest der Crew beobachten, wie sie eine Session am „Salam“ machten und da juckte es doch schwer in den Fingern, also liefen Moritz und ich mit jeweils einem Paar Schuhe nach unten und irgendwie fiel ich nicht runter und konnte den Boulder einfach flashen. Nach diesem Auftritt mussten die Youngsters dann doch nachziehen und mit der richtigen Musik (etwas asozial aber es war niemand anderes da) konnten Don und Max den Boulder dann auch weghauen (und auch noch ein paar mehr Züge hangeln als ich) Der Boulder ist auf jeden Fall Mega, doch denke ich, dass 8a nicht hinkommen kann, wenn ich es zum aufwärmen flashe und es noch dazu leistig ist (trotz guter Form), daher ist ca. 7c hier wahrscheinlich eher angemessen.

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Tom in Salam: Foto Don David

Während die anderen die Pads nach rechts unter „Straw man“ (7c) platzierten ging es für mich dann wieder hoch zum spotten von Andrea. In einer Pause konnte ich dann von oben die Begehung von Moritz beobachten und wieder juckte es in den Fingern. Also Schuhe packen und runter wandern. Von oben hatte ich ja die Variante von Moritz gesehen und so konnte ich auch diesen Boulder direkt flashen, was für mich sicher genauso überraschend war wie für den Rest der Crew. Da hatte der dicke „alte“ Typ mal kurz beide Boulder gemacht (und eigentlich kann ich das mit dem flashen doch gar nicht). Um die Ehre zu retten konnte Max dann noch den Boulder via Doppel Dyno klettern und wir waren echt froh, dass er über unseren Köpfen nicht losgelassen hat. Do it with style. Auf jeden Fall scheint die Form bei mir grad ganz gut zu passen und 6 Wochen Rocklands scheinen meinem nicht optimal trainierten Körper ganz gut zu tun (Ach ja und danke fürs Chalk schnorren).

Eigentlich wollte ich nun nur noch „the vice“ klettern und es war auch schon recht knapp, doch war der Kopf nicht mehr ganz bei der Sache und ich entschloss mich „ray of light“ noch einmal zu versuchen. Die Crux läuft hier auch ganz gut, doch fällt mir der letzte Zug recht schwer (man muss einfach eine Leiste statisch wegkreuzen und statisch klettern kann ich nun mal nicht). Also versuchte ich diesen Zug richtig gut einzuschleifen, bei dem ich voll an einem Hook ziehen muss. Es wurde auch immer besser doch plötzlich machte es BÄNG und das Knie gab mit einem lauten Knall nach. Zuerst dachte ich, dass das Bouldern in den Rocklands nun wohl vorbei ist (auch nicht so schlimm bisher war es ja richtig gut), doch jetzt 2 Tage später fühlt es sich schon wieder besser an und vielleicht ist ja doch noch ein wenig Bouldern drin. Mal schauen, auf jeden Fall habe ich gerade wenig Lust mich davon runter ziehen zu lassen und freue mich auf den Rest unseres Trips. Venga.

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Toms kaputtes Knie mit Andreas professionellem Tapeverband (der wirklich hilft)

 

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