Indien Nachtrag: Die Hitze Hampi’s

OK, der Beitrag ist nicht gerade aktuell, da wir schon seit ca 5 Wochen wieder in Deutschland sind. Dies war jedoch leider nicht so spektakulär wie erwartet, da ich erstmal krank war und man in Franken, dank den super Bedingungen herzlich wenig machen konnte. Weiter waren wir noch kurz im Tessin und Varazze. Aufgrund von Form Schnee und Regen waren unsere Erfolge jedoch überschaubar und der soziale Aspekte, viele nette Leute mal wieder zu treffen stand deutlich im Vordergrund. Bevor es nächste Woche nach Las Vegas geht hier dennoch ein kleiner Artikel zu unserer Reise nach Südindien.

Als der Schnee im Himalaya einsetzte mussten wir das Gebirge dann leider verlassen. Wir waren etwas traurig dieses ruhige Tal, mit seinen netten Leuten, verlassen zu müssen und unsere Reise ging weiter nach Südindien. Nächster Stop Hampi. Obwohl, eigentlich waren es einige Stops und insgesamt 4 Tage Reise. Mit Taxi, Nachtbus, Rikscha, Zügen und Boot ging es über Goa nach Hampi und man kann schon sagen, dass die Zugfahrt ein Abenteuer an sich war. Obwohl wir einmal gut von Trägern abgezogen wurden, oder an Schaltern bis zum geht nicht mehr gedrängelt wurde, waren wir eigentlich von der Freundlichkeit der Inder sehr überrascht. Gut, dass man ständig Selfies machen muss kann schon nerven, doch bekamen wir auch essen ausgegeben, wurden direkt auf Hochzeiten eingeladen und hatten nette Gespräche (wenn das Englisch ausgereicht hat).

Hampi stand für mich eher unter dem Urlaubsaspekt. Auch wenn ich mich darauf einlassen wollte, Bouldern bei 30 Grad (Celcius nicht Fahrenheit oder so) geht einfach nicht (und wird nicht besser wenn der Fels extrem rau ist). Allerdings gibt es wirklich coole Linien, wie „crystall ball“, oder „perfekt crack“, die auch extrem gute Felsquali haben. Weiter ist die Landschaft surreal abgefahren und Bouldern zwischen Palmen, Reisfeldern und Ruinen hat schon was. Kühler ist es eigentlich nur zwischen 6 und 8 Uhr morgens, was mir allerdings nichts bringt, da ich zu dieser Uhrzeit, als bekennender Morgenmuffel, weder Lust noch Kraft zum Bouldern besitze. Allerdings war Andrea gewohnt motiviert und so ging es morgens los und ich musste am Fels dösen, während Andrea munter versuchte. Nach einer Eingewöhnung ging es dann doch halbwegs und Andrea konnte sogar eine 7a bouldern, während ich vereinzelt mittelschwere Boulder bis 7b in den Döspausen machen konnte. Weiter haben wir auch einige wirklich coole Leute getroffen (und einen Volldepp), mit denen wir coole Sessions hatten (also mit den netten Leuten).

Eine weitere Tatsache in Hampi ist, dass die Boulder oft ziemlich rund sind. Also quasi eine perfekte Kugel bilden. Ästhetisch ist dies sicher sehr hochwertig, doch muss man natürlich auch wieder von der Kugel herunterkommen, was sich so nicht immer leicht gestaltet. Vor allem Andrea hat dies das ein oder andere Mal etwas Nerven gekostet und als gut sorgender Freund durfte ich natürlich nicht allzu offensichtlich grinsen. Nein ich hatte wirklich ein etwas schlechtes Gewissen, vlt. hatte ich ja auch einmal sowas wie, erst hochklettern und dann über den Abstieg nachdenken gesagt. Allerdings versuchte ich dies dann auch durch das zurückwandern zum Hostel und holen unseres Seils wieder gut zu machen. Und so hatten wie unsren 80m Strick auch nicht ganz umsonst nach Südindien geschleppt.

Für mich waren allerdings die Ruhetage die Highlights, da an diesen die Landschaft genauso schön war, wir Tempel besichtigten oder in der Hängematte lagen, was mir beides mehr Spaß machte als Bouldern und vor allem mussten wir nicht um 6 aufstehen. Darum hat es sich auf jeden Fall gelohnt, Hampi zu besichtigen und es ist wirklich schade, dass höchstwahrscheinlich alle Backpacker hier bald abgerissen werden und der Flair, den es hier gibt, nicht mehr vorhanden sein wird. Offiziell wird dies mit Schonung der Archäologischen Stätten und der Unesco begründet, doch ist anzunehmen, dass primär wirtschaftliche Interessen in Form von Hotelketten Einfluss nehmen und vor allem kleinere Gewerbe darunter leiden, was extrem bedenklich ist, da hier hunderte von Existenzen ohne Entschädigung zerstört werden und es natürlich vor allem die Ärmsten am stärksten trifft.

Zum Abschluss besichtigten wir noch einen Tag Mumbai. In einer Stadt dieser Größe sind die Kontraste Indiens natürlich am deutlichsten zu sehen und Slums wechseln mit Wolkenkratzern und Einkaufsstraßen und Cafés mit vermüllten Gassen, in denen es fürchterlich stinkt. Die touristischen Viertel waren allerdings relativ sauber und es lungerten auch gar nicht so viele Menschen herum, wobei es gut möglich ist, dass dies nicht ganz zwangsfrei geschieht. Trotz all dieser Kontraste und der ungewohnten Art der Inder in ihren Traditionen und ihrem Handeln haben wir uns erstaunlich wohl in Indien gefühlt und auch wenn man nicht alles versteht und sicher auch nicht alles gutheißen kann was hier passiert war es ein Abenteuer aus dem wir, denke ich, mit weniger negativen Vorurteilen zurückkehren, wie wir hingefahren sind.

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